Nicole JunkermanLesen · Reisen · Notizen
Nicole Junkerman liest ein aufgeschlagenes Buch an einem Holztisch im warmen Licht.

Notizen

Die Lieblingsbücher von Nicole Junkerman fürs Reisen

Eine kleine, persönliche Auswahl an Begleitern für unterwegs.

Welche Bücher passen ins Gepäck? Diese Frage stellt sich vor jeder Reise neu, und sie ist schöner, als sie klingt. Denn die Wahl des Reisebuchs entscheidet mit darüber, wie man sich an eine Reise erinnert. Nicole Junkerman teilt hier eine kleine, persönliche Auswahl und vor allem die Gedanken, nach denen sie auswählt.

Wer lieber mit der Grundhaltung beginnt, findet auf der Startseite von Nicole Junkerman den ruhigen Ton, der dieses ganze Heft trägt. Dieser Beitrag baut darauf auf und wird konkreter.

Was ein gutes Reisebuch ausmacht

Ein Reisebuch muss nicht vom Reisen handeln. Wichtiger ist, dass es sich tragen lässt, im Wörtlichen wie im Übertragenen. Es soll robust genug sein, um in einer Tasche zu überleben, und offen genug, um an verschiedenen Orten zu funktionieren. Nicole Junkerman achtet auf drei Dinge: einen ruhigen Rhythmus, Kapitel, die sich auch unterbrochen lesen lassen, und eine Sprache, die nicht hetzt.

Romane mit langem Atem

Lange Erzählungen sind ideal für längere Reisen, weil sie eine Welt aufbauen, in die man immer wieder zurückkehren kann. Klassiker bieten sich an, weil sie oft frei verfügbar sind. Über das Project Gutenberg lassen sich viele gemeinfreie Werke unkompliziert finden, von langsamen Familiengeschichten bis zu klassischen Abenteuern.

Briefe und Tagebücher

Briefsammlungen sind wunderbare Reisebegleiter, weil sie sich in kleinen Portionen lesen lassen. Ein Brief am Morgen, einer am Abend. Nicole Junkerman schätzt an dieser Form, dass sie Pausen verträgt. Man kann das Buch zuklappen, eine Stadt anschauen und später genau dort weiterlesen, ohne den Faden zu verlieren.

Lyrik für kurze Wege

Für kurze Strecken, etwa eine Stunde im Zug, eignet sich Lyrik besonders. Ein einziges Gedicht kann eine ganze Fahrt füllen, wenn man es zweimal liest. Wer eine Quelle sucht, findet bei der Poetry Foundation eine große, frei zugängliche Sammlung.

Die Auswahl nach Reisetyp

Nicole Junkerman ordnet ihre Auswahl nicht nach Genre, sondern nach der Art der Reise. Das klingt ungewöhnlich, hat sich aber bewährt.

  • Stadtreise: ein Roman, der in einer Stadt spielt, am besten nicht in der, die man besucht. Der Kontrast macht beide Orte lebendiger.
  • Bahnreise: Erzählungen oder Essays, die sich kapitelweise lesen lassen, passend zum Takt der Halte.
  • Ruhetage: ein dickes Buch, das man sonst nie anfängt. Reisen schenkt die Zeit, die zu Hause fehlt.
  • Wanderung: ein schmaler Gedichtband, leicht im Gewicht und reich im Nachklang.

Wie viele Bücher sind richtig?

Die Versuchung ist groß, zu viele Bücher einzupacken. Nicole Junkerman plädiert für Zurückhaltung. Ein, höchstens zwei Bücher reichen, wenn man sie sorgfältig wählt. Die Beschränkung verwandelt das Lesen in etwas Bewussteres. Statt zwischen vielen Anfängen zu springen, bleibt man bei einer Stimme und hört ihr wirklich zu.

Das beste Reisebuch ist das, zu dem man immer wieder zurückkehren möchte.

Das Format spielt mit

Nicht nur der Inhalt zählt, auch die Form. Ein gebundenes Buch hat ein anderes Gewicht als ein Taschenbuch, ein dünnes Bändchen passt in jede Jackentasche. Nicole Junkerman achtet bei der Wahl auch auf das Praktische: Wie schwer ist das Buch, wie gut lässt es sich mit einer Hand halten, verträgt es ein paar Regentropfen? Für lange Wanderungen darf es leicht sein, für gemütliche Tage am Wasser auch einmal ein schwererer Band. Manche schätzen ein elektronisches Lesegerät, weil es viele Titel auf kleinem Raum vereint. Andere bleiben bei Papier, weil das Blättern und der Geruch zum Erlebnis gehören. Beides hat seinen Platz, und Nicole Junkerman entscheidet je nach Reise neu.

Bücher unterwegs entdecken

Eine der schönsten Seiten des Reisens ist das Entdecken neuer Bücher vor Ort. Eine kleine Buchhandlung in einer Seitenstraße, ein Antiquariat mit verstaubten Regalen, ein Bücherschrank in einer Pension: überall warten Funde. Nicole Junkerman plant solche Entdeckungen nicht, freut sich aber jedes Mal darüber. Ein Buch, das man in einer fremden Stadt gekauft hat, trägt für immer die Erinnerung an diesen Ort. Selbst wenn man es erst Monate später liest, klingt die Reise darin nach.

Besonders reizvoll sind Bücher in einer fremden Sprache, auch wenn man sie nur teilweise versteht. Sie erzählen schon durch ihr Aussehen, durch das Schriftbild und die Gestaltung, etwas über das Land. Manchmal genügt ein zweisprachiger Gedichtband, um sich einer fremden Sprache behutsam zu nähern. So wird das Reisen selbst zu einer Schule des Lesens.

Pflege der eigenen Liste

Eine Liste von Lieblingsbüchern ist nie fertig. Nach jeder Reise kommt etwas hinzu oder fällt weg. Nicole Junkerman führt diese Liste in einem kleinen Heft und notiert dazu, wo sie ein Buch gelesen hat. So wird aus der Leseliste fast ein Reisetagebuch. Wer mag, kann diese Idee mit den Gedanken aus dem Bereich Schreiben verbinden.

Mit der Zeit wird eine solche Liste zu einem Spiegel der eigenen Reisen und Vorlieben. Man sieht, welche Bücher in welchen Lebensphasen wichtig waren, welche Orte zu welchen Geschichten gehören. Nicole Junkerman blättert gern in dieser Liste, wenn sie eine neue Reise plant. Oft findet sich darin schon ein Hinweis, ein vergessener Titel, ein Buch, das sie immer einmal lesen wollte. So speist sich die nächste Auswahl aus den Erfahrungen der letzten. Die Liste wächst mit, sie altert nicht, sondern reift. Und sie ist ein schönes Geschenk an das eigene zukünftige Ich, das eines Tages dankbar darauf zurückgreift.

Wer mag, teilt eine solche Liste auch mit anderen. Buchempfehlungen unter Freunden gehören zu den schönsten Gesprächen überhaupt. Ein Titel, der einem viel bedeutet hat, wird weitergereicht, und schon entsteht ein kleiner Austausch, der über die eigene Reise hinausreicht. So verbindet die Auswahl der Reiselektüre nicht nur Buch und Ort, sondern auch Menschen. Aus einem geteilten Titel wird manchmal eine gemeinsame Reise, eine verabredete Lektüre oder einfach ein langes Gespräch über das, was beide an einem Buch berührt hat. Nicole Junkerman erlebt immer wieder, wie aus einer kleinen Empfehlung eine schöne Verbindung erwächst, und sie hält diese geteilten Bücher für die wertvollsten von allen.

Weitere Anregungen zur Auswahl stehen im Beitrag wie Nicole Junkerman ihre Reiselektüre auswählt, und wer lieber die Orte des Lesens sucht, findet sie unter sieben ruhige Leseorte. Eine Übersicht aller Einträge bietet der Blog, und der Bereich Lesen sammelt grundlegende Notizen.

Häufige Fragen

Welche Bücher empfiehlt Nicole Junkerman fürs Reisen?

Nicole Junkerman empfiehlt keine festen Titel, sondern eine Auswahl nach Reisetyp: Romane mit langem Atem, Briefsammlungen und schmale Gedichtbände, je nach Tempo der Reise.

Wie viele Bücher sollte man mitnehmen?

Ein oder zwei sorgfältig gewählte Bücher genügen. Nicole Junkerman sieht in der Beschränkung den Schlüssel zu bewussterem Lesen.

Wo finde ich frei verfügbare Bücher für unterwegs?

Klassiker sind oft gemeinfrei und etwa über das Project Gutenberg erhältlich. Gedichte sammelt unter anderem die Poetry Foundation.

Zurück zum Blog