Nicole JunkermanLesen · Reisen · Notizen
Nicole Junkerman schreibt mit einem Stift in einem Notizbuch in einer Bibliothek.

Notizen

Lange Sommerabende: Lesenotizen aus drei Städten

Wenn das Licht spät am Abend noch warm bleibt, verschiebt sich auch die Stunde des Lesens.

Ende Juni werden die Abende lang, und mit ihnen verändert sich die Art, ein Buch in die Hand zu nehmen. Die Hitze des Tages lässt nach, ein leiser Wind kommt auf, und plötzlich gibt es diese eine Stunde, in der die Stadt zur Ruhe kommt, ohne schon zu schlafen. Nicole Junkerman nutzt sie gern zum Lesen. In diesem Eintrag sammelt sie ein paar Beobachtungen aus den drei Städten, die in diesem Heft immer wieder vorkommen: Berlin, München und Hamburg.

Berlin: ein Fenster zum Hof

In Berlin beginnt der Sommerabend oft im Hinterhof. Wenn die Fenster offen stehen und von irgendwo ein Klavier oder ein Gespräch herüberweht, liest es sich anders als im Winter hinter geschlossenen Vorhängen. Nicole Junkerman mag an diesen Abenden Bücher mit kurzen Kapiteln, Texte, die sich gut unterbrechen lassen, wenn man kurz aufsieht, um dem Licht beim Verblassen zuzuschauen. Das Tempo der Stadt wird ruhiger, und ein Roman, der vorher zäh schien, findet auf einmal seinen Ton.

München: am Rand des Tages

In München hat der Sommerabend etwas Helleres. Die Nähe zu den Bergen lässt das Licht länger klar bleiben, und an einem Tisch im Freien fällt es leicht, eine Seite über die andere zu lesen, bis man die Zeit vergisst. Nicole Junkerman notiert gern am Rand, was ihr auffällt: ein Satz, der bleibt, ein Wort, das sie nachschlagen will. Mehr über diese Gewohnheit steht im Bereich Schreiben, wo das Festhalten von Eindrücken ein eigenes Thema ist.

Hamburg: das Wasser als Begleiter

In Hamburg gehört das Wasser zum Abend. Ein Spaziergang an der Alster oder am Hafen, dann ein ruhiger Platz, an dem man das Buch noch einmal aufschlägt, bevor es dunkel wird. Die kühlere Luft vom Wasser macht das Lesen leichter, und das gleichmäßige Glucksen ersetzt jede Hintergrundmusik. Nicole Junkerman versteht solche Orte als Teil der Lektüre: Ein Buch klingt an der Alster anders als in einer Münchner Straße.

Was die drei Abende teilen

So verschieden die Städte sind, eines haben ihre Sommerabende gemeinsam: Sie verlangen nichts. Man muss nicht weit fahren, kein Ziel ansteuern, keine Liste abarbeiten. Es genügt ein Buch, ein Platz und die Bereitschaft, dem langen Licht ein wenig Zeit zu schenken. Genau darin liegt für Nicole Junkerman der Reiz dieser Jahreszeit. Wer dem nachgehen möchte, findet im Bereich Lesen weitere Gedanken zu Büchern und im Reisen Notizen darüber, wie sich Orte und Lektüre verbinden.

Ein Sommerabend ist die einfachste Reise: man bleibt, wo man ist, und sieht den Tag noch einmal in einem anderen Licht.

Diese Notizen sind kein Programm, sondern eine Einladung, in den nächsten Wochen selbst aufmerksam zu werden. Wer mag, blättert weiter durch alle Einträge im Blog.

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